Leben für den Tod

Wir freuen uns über zwei TV-Ausstrahlungen von 

A Life for the Dead – The Living at the Vienna Central Cemetery

a film by Karin Berghammer & Krisztina Kerekes
TV documentary |  52 min |  AT  | 2018

Zu Allerheiligen, am 01.11.2019 um 09h05 auf ORF 2 
Zu Allerseelen, am 02.11.2019 um 10h00 auf 3SAT

„Noch nie wurde die letzte Ehrenrunde unserer Verstorbenen so frech, so schnoddrig, so schön erzählt.“
aus der Laudation der Juroren des Franz Grabner Preises 2019

Leben für den Tod

„Pro Leiche 10 Euro“, erzählt einer im Film, der Gräber buddelt. Das sitzt erst mal. 10 Euro. Da schluckt man als Zuschauer, auch sterben war schon mal rentabler.

Um ehrlich zu sein: Die Toten und wir, das ist eine Geschichte der Entfremdung. Ein Sperrgebiet. Immer noch: Tabuzone. Man müsste sich mal Zeit für den Ort nehmen, dort wo sie ruhen, im Halbdunkel zwischen Leben und Tod – an der Simmeringer Hauptstraße 234. Bei den Wienern besser bekannt: Linie S7, Ausstieg Tor 11. Haltestelle Zentralfriedhof. Es lohnt sich nämlich.

Um ehrlich zu sein: Die Toten und wir, das ist eine Geschichte der Entfremdung. Ein Sperrgebiet. Immer noch: Tabuzone. Man müsste sich mal Zeit für den Ort nehmen, dort wo sie ruhen, im Halbdunkel zwischen Leben und Tod – an der Simmeringer Hauptstraße 234. Bei den Wienern besser bekannt: Linie S7, Ausstieg Tor 11. Haltestelle Zentralfriedhof. Es lohnt sich nämlich.

Dort einen Film zu drehen ist unsicheres Terrain. Filme über Friedhöfe sind oft schwer wie Blei oder haben so viel Sinnlichkeit wie Quartalszahlen der Sparkassengruppe Österreich. Oft bekommt man auch schlicht – Angst. Die Filmemacherinnen Karin Berghammer und Krisztina Kerekes haben sich davon nicht abhalten lassen und wählen einen Trick …

Sie kommen über die Hintertür. Sie filmen ihre Ballade vom Leben und Tod, indem sie über das Personal erzählen, die Nebenfiguren, die fast unsichtbar ihr Tagwerk verrichten – auf einem der größten Friedhöfe Europas. Sie beobachten, sie lassen ausreden, sie behalten die Ruhe. Und so verliert man sich in diesen kleinen Erzählungen übers Sterben, über sogenannte „Versenkungsapparate“ und Bienen-Honig vom Friedhof. Und das ist gut so, weil es damit normal wird.

„Leben für den Tod – Menschen am Zentralfriedhof“ ist ein Gespräch übers Sterben. Ohne viel zu quasseln, viel mehr zu beobachten, supertotal oder extrem nah. Wir schauen zu, wir verstehen. Ein Ort, wo Menschen nie Vergangenheit werden. Eine kleine Lücke in der Zeit. Wär‘ das nicht großartig, wenn Fernsehen öfter diese Lücken reißt?

Auszug aus der Laudation Franz Grabner Preis 2019 für “Leben für den Tod – Menschen am Zentralfriedhof”
aus von SIMONE BAUMANN & CHRISTIAN VON BROCKHAUSEN

 

Director Tatia Skhirtladze | Co-Director Anna Khadzaradze | Script Ina Ivanceanu & Tatia Skhirtladze | DoP Sebastian Thaler | Additional Camera Jerzy Palacz | Editor Petra Zöpnek aea | Sound engineer Irakli Ivanishvili |  Music Aleksandra Vrebalov |  Sound Design Paata Godziashvili | Re-recording mixers Ognjen Popić, Paata Godziashvili | Producers Karin Berghammer, Alexander Dumreicher-Ivanceanu & Bady Minck, Nino Chichua, Anna Khazaradze & Linda Jensen, Sarita Matijević | Production berg hammer film, Amour Fou, 1991 ProductionsPlayground Produkcija |

Supported by BM Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und SportEURIMAGES, FISA, ORF Film/Fernseh-Abkommen, Georgian National Film Center, Film Center Serbia & Republic of Serbia Ministry of Culture and MediaSilver Bullet, Kino TechnicsEWA Network